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Trauer um Ringerlegende Bernd Drechsel

Mit Bestürzung haben wir die traurige Nachricht vom Tod unserer Sportlegende und langjährigen Mitarbeiter Bernd Drechsel entgegengenommen. Sein Leben war erfüllt vom unermüdlichen und selbstlosen Wirken zum Wohle des Sports und der Allgemeinheit.

Dankbar für die vielen gemeinsamen Jahre übermittelt die gesamte Suhler Sportgemeinschaft ihr Mitgefühl und Trauer seiner Familie und seinen Angehörigen.

Wir werden ihn stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Ein großer Kleiner des Ringkampfsports verlässt die Matte des Lebens

Die Südthüringer Ringkampfgemeinschaft trauert um Bernd Drechsel

Am vergangenen Samstag starb im Alter von nur 63 Jahren nach langer, schwerer Krankheit die Südthüringer Ringerlegende Bernd Drechsel. „Mops“, wie er von vielen seiner Freunde gerufen wurde, war zeitlebens ein fröhlicher und meist gut gelaunter Mensch, ein technisch brillanter Ringkämpfer im klassischen Stil, der seine Gegner mit seiner Finesse zur Verzweiflung brachte. Zu seinen größten sportlichen Leistungen zählten zweifelsohne die vorderen Platzierungen bei internationalen Meisterschaften. So belegte der Halbfliegengewichtler bei seiner ersten Weltmeisterschaft 1971 mit nur 17 Jahren Platz vier. Seitdem rang er regelmäßig in der internationalen Spitze mit und kam stets unter die besten zehn Ringer in seiner Gewichtsklasse. 1975 wurde er Dritter bei den Europameisterschaften in Ludwigshafen am Rhein, was zugleich auch sein größter sportlicher Erfolg war.

Vom Spätstarter zum Weltklasseringer

Dabei begann Bernd Drechsel relativ spät mit dem Ringkampf. Weil er für Fußball zu klein war, kam er mit 14 Jahren in seiner Heimatstadt Thalheim zum Ringen. Unter dem dortigen Trainer Wolfgang Bohne entwickelte sich der quirlige Athlet in kürzester Zeit zum Leistungsträger und wurde folgerichtig an die Kinder- und Jugendsportschule nach Zella-Mehlis delegiert. Thüringen wurde von nun an seine neue Heimat. Hier lernte er seine spätere Frau Anette kennen und gründete mit ihr eine Familie. Innerhalb von nur drei Jahren wurde aus dem Ringkampfneuling ein internationaler Spitzenringer – eine Biografie, die gerade im trainingsintensiven Ringkampfsport seinesgleichen sucht. Bei den Olympischen Spielen 1972 in München belegte Drechsel den 7. Platz und erlebte von seinem Fenster im Olympischen Dorf aus den Überfall der palästinensischen Terroristen auf die israelische Nationalmannschaft – ein Ereignis, das ihn über viele Jahre beschäftigen sollte und welches er den jüngeren Sportlern per Diavortrag näher brachte.

Das Jahr 1979 sollte für Bernd Drechsel dann ein sehr schweres werden. Zunächst verunglückte sein jüngerer Bruder Frank – ebenfalls ein großes Ringkampftalent – bei einem Motorradunfall. Nachdem Bernd sich bei den Europameisterschaften in Bukarest mit Platz 7 nicht für die WM qualifizieren konnte, durfte er aufgrund der Anweisungen der DDR-Funktionäre auch nicht mehr bei den DDR-Meisterschaften starten, obwohl er zu jener Zeit noch der beste Ringer seiner Gewichtsklasse war. Das Ende seiner leistungssportlichen Karriere war damit besiegelt. Bernd Drechsel wurde insgesamt sieben Mal DDR-Meister im klassischen Stil.

Überall beliebt und bekannt

Doch auch nach seiner Zeit als Ringkämpfer in der DDR-Nationalmannschaft blieb Bernd Drechsel seinem Ringkampfsport treu. So rang er noch einige Jahre in der Albrechtser Männermannschaft in der DDR-Oberliga und sammelte dort fleißig Mannschaftspunkte. Nach dem Studium an der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) in Leipzig wurde er Trainer an der Kinder- und Jugendsportschule in Zella-Mehlis und später in Albrechts. Hunderte junge Ringkämpfer gingen durch seine Schule und so manches Talent brachte er national und international aufs Treppchen. Zugleich widmete er sich dem Ringkampfregelwerk als Kampfrichter. Obwohl er schon lange nicht mehr aktiv im Wettkampfgeschehen war, startete Drechsel nach der deutschen Wiedervereinigung ein überaus erfolgreiches Comeback und rang mit knapp 40 Jahren für den TSV Berchtesgaden in der deutschen Bundesliga. Danach wurde es etwas ruhiger um Bernd, er nahm verschiedene Arbeiten an, trainierte ehrenamtlich den Nachwuchs in Albrechts und in Meiningen, spielte in diversen Seniorenmannschaften Fußball und kümmerte sich um seine Enkelchen, die ihm seine Töchter Yvonne und Nicole schenkten.

„Bernd Drechsel hinterlässt eine große Lücke in der Südthüringer Sportwelt. Ich habe ihn persönlich als stets gut gelaunten und allseits sportinteressierten Menschen kennengelernt“, erinnert sich der Präsident des Suhler Sportbundes, Gerhard Neukirchner, an Bernd Drechsel. „Er wird uns allen fehlen!“

Und auch der Abteilungsleiter Ringen des Vereins Jugendkraft 03 Albrechts, Robert Recknagel, zeigte sich tief betroffen über die Nachricht zum Tode von Bernd Drechsel. „Bernd war über viele Jahre ein Vorbild für ganze Generationen, so auch für mich. Sein ringerisches Wissen kann er nun nicht mehr weiter geben. Wir werden ihn als Ringer, aber auch als Mensch nicht vergessen.“

Seinen letzten Kampf hat Bernd Drechsel am vergangenen Samstag verloren. Es war sein schwerster.

 

Hendrik Neukirchner

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